22
Feb
2012

Der Tag geht abends schlafen

... und wacht als Morgen auf.

Peter Maffay
10 mal gelesen

21
Feb
2012

Onkel Heinz

Es ist mal Zeit für eine Hommage auf meinen Onkel Heinz. Geboren 1915 in Szczecin - damals noch Stettin -, verkörperte er für mich den perfekten Preußen. Ihm fehlte nur das Monokel. Dabei könnte ich nicht einmal sagen, wie genau er es mit den preußischen Tugenden nahm. Ich war erst fünfzehn, als er starb. Onkel Heinz und Tante Raissa diskutierten gern mit mir. Vielleicht waren sie das ein oder andere Mal amüsiert, was dieser naive Backfisch, der von der Welt noch nichts gesehen hatte, so von sich gab, und sahen es als ihre Aufgabe an, meinen Horizont zu erweitern. Dazu bediente Onkel Heinz sich gern mal eines Rätsels, zum Beispiel: Welche Burg ist auf dem 500 DM - Schein zu sehen? Ebendiese Banknote erhielt ich dann als Konfirmationsgeschenk - nicht ohne die Frage vorher richtig beantwortet zu haben. Die D-Mark ist Geschichte. Onkel Heinz auch. Er war Ingenieur bei einem großen deutschen Elektronik-Konzern, aber es ist unwahrscheinlich, dass ich seinetwegen später auch Ingenieurin wurde. Trotzdem gefällt mir der Gedanke. Warum ich heute an Onkel Heinz gedacht habe? Wegen Des Ingenieurs Taschenbuch, das in meinem Regal mit alten Büchern steht. Herausgegeben vom Akademischen Verein Hütte, 23. Auflage, Berlin 1920.
6 mal gelesen

19
Feb
2012

fünktiön

Ich häbe einst ein Gedicht geschrieben: Däs käm gänz öhne Pünkte über den Ümläüten äüs. Äber ümgekehrt fünktiöniert äüch!
16 mal gelesen

nachtgedenkt

nachtdenken
mit der tagtasche
im gebäck
entsätzliches
fälschverstehen
wii bitte?
o gott
¡i gitt!
bitbärte
brodelgedichte
taschenbrödel
flaschenpuuttel
zum reingang
raus
verdämmt nochmal
der lecke(re)
fensterrahm
bleibt alles
¿non sense?
26 mal gelesen

17
Feb
2012

schreiben wirkt

schreiben wirkt
gegen den seltsamen traum der letzten nacht
der dich wehmütig macht
schreiben wirkt
gegen das vergessen
dass du mehr kannst als funktionieren
schreiben wirkt
gegen sehnsucht
und erinnerungsstau
schreiben wirkt
gegen die erstarrung
von fingern, herz und hirn
14 mal gelesen

9
Feb
2012

wenn du wachliegst

wenn du wachliegst
mit offenen augen
wenn du wachliegst
zwischen lauten gedanken
wenn du wachliegst
im stillen meer der nacht
wenn du wachliegst
in deinen eigenen armen
wenn du wachliegst
und die nacht in dir ist

dann hol dir
einen tagtraum
in dem du schläfst
31 mal gelesen

8
Feb
2012

wenn du schläfst

wenn du schläfst
ist deine seele wach
wenn du schläfst
träumst du dein leben
wenn du schläfst
ist dein körper stand.by
wenn du schläfst
ist dein bewusstsein auf reise
wenn du schläfst
badet deine seele in bildern
wenn du schläfst
wird die nacht zur nacht
wenn du schläfst
unter dem sternlosen dach
deiner lider
21 mal gelesen

6
Feb
2012

Kalte Engelsfinger

Dornröschen, das sonst so zuverlässig anspringt, gab plötzlich nur noch einen Röchler von sich - kein Einzelschicksal für ein Auto dieser Tage, die ADAC-Hotline war überlastet. Dann entdeckte ich die Online-Pannenmeldung: Von der Bestätigungsmail bis zum Erscheinen des Gelben Engels vor meiner Garage dauerte es kaum eine halbe Stunde. Kurz darauf hatte Dornröschchen eine neue Batterie. Was war ich froh! Und wie bewunderte ich den Mechaniker, der bei diesem Wetter seine Finger ständig unter eisigkalte Motorhauben stecken muss. Nun kann ich durchaus bei Temperaturen unter Null eine Weile draußen herumstehen, wenn ich richtig angezogen bin. Doch ohne Stirnband und Handschuhe geht gar nichts: Ich musste nur ein bisschen den Zündschlüssel bedienen und dem Gelben Engel die Kunden- und EC-Karte reichen, schon wurden die Finger weiß und gefühllos.

Ich ziehe meinen Hut - oder in diesem Fall mein Stirnband - und verneige mich tief vor allen Gelben Engeln, Notdienstleistenden, Briefträgerinnen und Paketboten, die dieser Tage mit und ohne Handschuhe durch die Kälte fliegen, fahren, stapfen und einfach ihre Arbeit machen.
30 mal gelesen

5
Feb
2012

Literatur...

... ist für mich interessanter als die Wirklichkeit, sie war es immer und wird es immer bleiben.

John Irving
29 mal gelesen

27
Jan
2012

Blumen der Einsamkeit

Elf Uhr morgens in einem Café, das sich ganz aufs Frühstücken spezialisiert hat. Viel Holz und wenig Überflüssiges, die Speisekarte wartet auf mit Café au lait und Brioche. Szenekneipen sehen anders aus - Wirtshäuser auch. Und doch sitzt an einem der blanken, von den Spuren eines unbekannten Gebrauchs gezeichneten Holztischen ein älterer Mann vor seinem Bier: Hellbronzefarben steht es da, mit kleinen, feinen Blubberbläschen, die munter im sauberen Glas aufsteigen. Es strotzt nur so vor Frische und hat einfach die perfekte Blume. Das müssten vermutlich selbst jene zugeben, denen Prosecco lieber ist. A propos Blume: Die andere Seite des Tisches ziert ein kleines Väschen mit Astern darin. Der Mann scheint beides nicht zu sehen. Seine Augen blicken melancholisch unter dem beneidenswert vollen, welligen Silberhaar hervor. Es erinnert entfernt an einen Blumenkohl.
23 mal gelesen

18
Jan
2012

Muntere Schreibgruppe im Café Noah

Ich hatte schon mehrfach von ihr gehört, mich aber erst Anfang des Jahres mit ihr getroffen: Die Schreibgruppe im Café Noah. Nun saß ich gestern schon zum zweiten Mal in gemütlicher Runde. Wirt Detlef hat uns einen schönen, großen Tisch freigehalten und umsorgt uns mit Speisen und Getränken; mit Inspiration versorgen wir uns selbst.

Die Gruppe steht jedermann und -frau offen, gibt sich selbst Schreibanregungen und tauscht sich über das Schreiben und das Leben aus - neue TeilnehmerInnen sind herzlich willkommen!

dienstags ab 18 Uhr im 2-wöchigen Rhythmus (ungefähr :-)
nächste Termine: 31. Januar + 7. Februar 2012
Café Noah im Hotel Arch
(Eingang neben Sport Schrott)
Haidplatz 2, Regensburg
55 mal gelesen
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