6
Aug
2011

Himmelsrichtungen

Der Norden zog mich schon immer mehr an als der Süden. Es gab schon in meiner Jugend erste Anzeichen: Wenn es regnete, fühlte ich mich so richtig gut. Der Kreislauf war stabil, und ich hatte die besten Ideen. Ich lief auch gerne bei Regen durch den Wald, angetan mit Gummistiefeln und einem Schirm. Später dann das Auslandssemester in Dänemark und die Sehnsucht nach der Nordsee. Auch heute noch bringt mich ein feucht-unwirtlicher Tag in beste Schreibstimmung. Wenn der Regen von den Bäumen tropft, die Wolken tief hängen und es drinnen sowieso am gemütlichsten ist. Wenn ich dann doch nach draußen will, dürfen ruhig Wolken wie schwere nasse Kissen über grüner Landschaft hängen, so lange es nicht zu sehr regnet. Dann radle ich gerne um den See im Donaupark, setze mich an seinem westlichen Ende auf eine Bank und blicke über das Wasser. Von dort halte ich nach Wolken Ausschau und stelle mir vor, ich wäre südlich von Killarney, am Muckross Lake.
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14
Aug
2011

ELEMENTAR - SCHAUEN

Poesie - ein Lebensweg
Wasser, Feuer, Luft und Erde
Holz, Metall und Stein
Leben, Da-Sein, Poesie
Elementares, das fließt und brennt, das fliegt und wachsen kann
Poesie - ein Lebens-Mittel

***

Anhalten - aushalten.
Nicht festhalten.
Hinschauen.
Das Boot des Lebens
auf dem unruhigen Fluss.
Hineinfallen
Gehalten sein?


entstanden im Workshop Literatur und Meditation
Scheune Lehen / St. Gerold, Vorarlberg
14.08.2011
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27
Aug
2011

Haiku in St. Gerold

hartes kleines obst
ist nicht apfel noch birne
am abhang verstreut

***

insekt windet sich
kaputte flügel rudern
es hebt nicht mehr ab

***

knoten im köpfchen
wer hat ihn mir gebunden
im dunklen stadel


entstanden im Workshop Literatur und Meditation
Scheune Lehen / St. Gerold, Vorarlberg
14.08.2011
461 mal gelesen

29
Aug
2011

Ich ist eine andere

Ich ist eine andere
Ich ist der Körper, der schmerzt
Ich ist eine Maschine, die fortwährend Gedanken produziert
Ich ist die Zeit, in der ich glücklich war
Ich ist die Hülle, mal mehr mal weniger
Ich ist Poesie
Ich ist ein Augenblick
Ich ist das Gerüst
Ich ist die Frage und die Antwort
Ich ist die Ewigkeit.
Ich ist geschmeidig und plump
Ich ist ein Gedankenfluss
Ich ist lange her.
Ich ist ein Gefängnis, aus dem die Worte ausbrechen
Ich ist, die die Worte denkt
Ich ist jede Jahreszeit
Und jede Nacht
Und jeder Tag

entstanden im Workshop Literatur und Meditation, als Reaktionstext auf die Meditation des Satzes "Ich ist ein anderer" (Arthur Rimbaud) und die Worte "Gedanken - Körper - Zeit"
Scheune Lehen / St. Gerold, Vorarlberg
15.08.2011
297 mal gelesen

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