Zeitgeschehen

24
Mrz
2012

wer entscheidet

wer entscheidet
ob das personal faul ist?
das management
wer entscheidet
was medizinisch notwendig ist?
die pharmalobby
wer entscheidet
ob qualität gut ist?
die kaufleute
wer entscheidet
ob kaffee luxus ist?
die verbraucher
wer entscheidet
ob konsum leben kostet?
der markt
wer entscheidet
ob öko okay ist?
die ökos
wer entscheidet
für t-shirts aus sweatshops?
die ignoranz
wer entscheidet
ob atom gefährlich ist?
die politik
wer entscheidet
ob denken klug ist?
wer, wenn nicht wir
71 mal gelesen

4
Jan
2012

Verkackt

Über die sprachliche Eloquenz von SportlerInnen lässt sich streiten. Über Ehrlichkeit nicht: "Man kann es in einem Satz zusammenfassen, ich habe es verkackt“, sagte Magdalena Neuner nach ihrem verpassten Weltcup-Sieg. Auch Bundespräsident Wulff räumt einen "schweren Fehler" ein. Fehler zu machen ist menschlich - die Verantwortung dafür zu übernehmen eine Frage der Ehrlichkeit.
102 mal gelesen

7
Okt
2011

Nobel, nobel: Frauen für den Frieden

Es ist mal wieder so weit: Die Nobelpreise werden verliehen. Der Friedensnobelpreis geht an drei Frauen, der Rest gehört den Männern. Klar, der Einsatz für die Menschenrechte (einschließlich der Frauenrechte) ist eines der nobelsten Ziele, die frau verfolgen kann. Erst recht, wenn Bürgerkrieg und Benachteiligung herrschen und Meinungsfreiheit und Demokratie bestenfalls in den Kinderschuhen stecken. Wobei selbst hierzulande Frauen- und Familienpolitik gelegentlich als Gedöns abgetan werden. Doch zurück zu den Nobelpreisen: Davon abgesehen, dass seit Vergabe der ersten Nobelpreise 1901 auf eine weibliche Nobelpreisträgerin rund 19 männliche Preisträger kommen, punkten Frauen überwiegend beim Frieden und in der Literatur. In Physik, Chemie und Medizin sind sie die Ausnahme. Dafür erhielt Marie Curie, die allererste weibliche Nobelpreisträgerin, den Preis für Chemie (1903) und für Physik (1963). Gemäß Alfred Nobels Testament sollen die Preise jeweils „denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“.
Der Nutzen der Frauen für die Menschheit: Weltfrieden und Weltliteratur? Beides wichtige Voraussetzungen für das Gedeihen von Wissenschaft und Weiterentwicklung, vielleicht die wichtigsten überhaupt. Aber ein paar mehr könnten es schon sein - am liebsten genauso viele Frauen wie Männer in allen Disziplinen. Aber dann dürfte man in den nächsten Jahren nur noch Nobelpreise an Frauen vergeben...!
82 mal gelesen

19
Sep
2011

Besuch eines Staatsoberhauptes

Diesmal geht der Kelch an Regensburg vorüber: Das Großaufgebot an Polizei mit dem gefühlten Eins-zu-Eins-Verhältnis von Sicherheitskräften zu Besuchern, die verschweißten Kanaldeckel und das tagelange Erliegen des öffentlichen Lebens, das unablässige Kreisen der Hubschrauber am blauen Himmel. Und eine Vorlesung mit umstrittenen Äußerungen zum Islam, die der Universität Regensburg über Nacht unfreiwillige Bekanntheit bescherte.
Berlin ist an Großereignisse gewöhnt und kann dem Papst nicht nur eine Wiese anbieten, sondern ein Olympiastadion. Und einen Bundestag, vor dem er am Donnerstag sprechen wird. Ob als Staatschef des Vatikan oder Oberhaupt der Katholischen Kirche - man wird auch diesmal die Äußerungen des Papstes kritsch verfolgen. Die politische Vertretung unseres Landes wird sich seine Aussagen auch ein Stück weit mit zuschreiben lassen müssen.
Papst Benedikt XVI. ist nicht der erste ausländische Staatsmann, der vor dem Bundestag spricht. Er teilt sich die Ehre mit mehreren US-Präsidenten sowie französischen, israelischen, tschechischen, südafrikanischen, russischen und ukrainischen Präsidenten und anderen Staatsmännern und -frauen.
Wer auch immer sich am Donnerstag von Benedikts Rede angesprochen, beleidigt oder wozu auch immer ermutigt fühlen wird, wird dabei kaum unterscheiden, ob diese Worte in weltlicher oder geistlicher Funktion gesprochen wurden.
Ich würde es begrüßen, wenn nicht nur ausländische Staatsoberhäupter, sondern generell Männer und Frauen aus Wissenschaft, Literatur, Kunst und Philosophie in die Entscheidungsgremien dieses Landes eingeladen würden - mit anschließenden Debatten über intelligente und humane Lösungswege für unsere gegenwärtigen Probleme: Ungleichheit und Unfrieden in der Welt, Umweltprobleme und Finanzkrisen.
Auf dass Deutschland wieder ein Land der Dichter und Denker werde.
94 mal gelesen
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